Fahrt des Außendienstlers als Arbeitszeit

Die Fahrten, die Arbeitnehmer ohne festen Arbeitsort zwischen ihrem Wohnort und dem Standort des ersten und des letzten Kunden des Tages zurücklegen, stellen Arbeitszeit dar und müssen bezahlt werden, so der Europäische Gerichtshof.

Dem Urteil lag folgender Fall zugrunde: Techniker eines spanischen Unternehmens mussten täglich teilweise 100 km von ihrem Wohnort zu den verschiedenen Kundenstandorten fahren. Den Fahrplan erhielten sie jeweils am Vortag des Einsatzes. Dabei rechnete ihr Arbeitgeber die täglichen Fahrten vom Wohnort zum ersten Kunden und vom letzten Kunden zum Wohnort nicht als Arbeitszeit, sondern als Ruhezeit an. Das mit der Sache befasste spanische Gericht legte dem Europäischen Gerichtshof die Frage vor, ob die Zeit, die diese Mitarbeiter für die Fahrten zu Beginn und am Ende des Tages aufwenden, Arbeitszeit i.S.d. europäischen Arbeitszeitrichtlinie ist. Der EuGH bejahte dies. Als wesentliches Argument führte es aus, dass die Techniker während dieser Fahrten ihrem Arbeitgeber zur Verfügung stehen und dessen Weisungsrecht unterliegen. Die Fahrten der Außendienstler zu den von ihrem Arbeitgeber bestimmten Kunden sind das notwendige Mittel, um an den Standorten dieser Kunden ihre technischen Leistungen zu erbringen.

EuGH, Urteil vom 10.09.2015, Az.: C-266/14

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